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Zwischen Einsatz und Ausbildung

Gerade von einem Einsatz zurück auf der Rettungswache, kümmert sich Tim um die Ordnung und Sauberkeit innerhalb und außerhalb der Wache, als plötzlich der „Pieper“ aktiv wurde. Dann heißt es alles andere stehen und liegen lassen und binnen 60 Sekunden einsatzfähig am Fahrzeug sein.

Tim ist angehender Notfallsanitäter im ersten Lehrjahr. Er kann sich noch ganz genau an seinen ersten Einsatz erinnern. Er sollte pünktlich am ersten Tag seiner praktischen Phase zum Dienstbeginn 6:30 Uhr auf der Wache erscheinen. Vorbildlich erschien Tim bereits fünf Minuten früher, als plötzlich 6:28 Uhr ein Einsatz „Verkehrsunfall mit zwei Verletzten“ gemeldet wurde. „Das war schon ein sehr schwerer Einstieg am allerersten Tag. Ich wusste erstmal gar nicht, was ich machen soll, aber die Kollegen haben mich sehr freundlich aufgenommen und trotz des plötzlichen Einsatzes Zeit für mich genommen. Ich war sehr aufgeregt.“, berichtet er aber jetzt gelassen und ruhig.

Solche Einsätze machen nur einen geringen Prozentsatz s des Berufsalltages eines Notfallsanitäters aus. Überwiegend werden die Retter wegen Bluthochdruck, Atemnot und Herzproblemen gerufen. Im Fahrzeug fährt Tim während der Ausbildung als dritte Person mit. „Im RTW sitzt man als Azubi hinten neben der Trage. Es ist schon ein komisches Gefühl unter Blaulicht mitzufahren und nicht zu sehen, was vorne los ist.“

Trotz seiner jungen 22 Jahre bringt Tim genau die Voraussetzungen mit, die für eine rare Ausbildungsstelle als Notfallsanitäter wichtig sind. Nach seinem Realschulabschluss hat er erstmal einen Bundesfreiwilligendienst für ein Jahr absolviert. Da er sich selbst als eine überaus hilfsbereite Person beschreibt, möchte er dies ebenso beruflich verwirklichen.

So kam ihm zunächst die Ausbildung zum Erzieher in den Sinn. Tim schloss erfolgreich die Ausbildung zum Sozialassistenten ab, die eine Voraussetzung für die Erzieherausbildung ist. Seine soziale Ader begleitete Tim auch neben seiner Ausbildungsgeschehen, denn er arbeitete noch nebenbei in einem Heim für Menschen mit Behinderungen. Leider folgten einige Herausforderungen, die Tim zum Abbruch der Ausbildung zwangen. Auf der Suche nach einem Job führte ihn sein Weg zu einem Postversandunternehmen, bei dem er Touren übernahm und Briefe sowie Pakete zu Empfängern zustellte. Sein großer Wunsch nach einem sozialen Beruf hielt weiter an, weswegen Tim sich letztlich um eine Ausbildung zum Notfallsanitäter beworben hat.

Wahrscheinlich unbewusst hat Tim als Bewerber alle wichtigen Aufnahmekriterien mitgebracht, die ein Notfallsanitäter besitzen sollte. Er hat Erfahrungen im Umgang mit hilfebedürftigen Menschen, ist belastbar sowie engagiert und zielstrebig. Nun geht Tim seinem Wunsch, Menschen zu helfen und dabei eine Uniform zu tragen endlich nach. Seine letzten Worte aus unserem Gespräch waren: „Es ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe!“ Für seine Ausbildung im Rettungsdienst wünschen wir ihm maximale Erfolge.

 

Interview wurde am 13.11.2018 geführt