Bühnenbild_Praxis_Peggy.jpg
Peggy – Unsere Praxisanleiterin in der WG für Menschen mit DemenzPeggy – Unsere Praxisanleiterin in der WG für Menschen mit Demenz

Peggy – Unsere Praxisanleiterin in der WG für Menschen mit Demenz

Eines unserer „Frischlinge“ ist Peggy: Seit etwa 8 Monaten arbeitet sie, unter anderem gemeinsam mit Teresa, beim DRK in der Wohngemeinschaft Holzhausen für Menschen mit Demenz mit insgesamt 16 Bewohnern. Das Konzept der Wohngemeinschaft gibt Menschen mit demenzieller Erkrankung die Möglichkeit länger selbstbestimmt zu leben und ist damit für die Bewohner eine gute Alternative zum Heimeinzug.

Heute berichtet uns Peggy aus ihrem Arbeitsalltag als Praxisanleiterin im Bereich Pflege in der Wohngemeinschaft Holzhausen. Die Stelle besetzt sie seit etwa drei Wochen und übernimmt insbesondere die Praxisanleitung und Begleitung der Auszubildenden. Dabei kann sie ihr jahrelanges Fachwissen an die Nachwuchskräfte weitervermitteln – unter Aufsicht durchlaufen die Auszubildenden die Arbeitsschritte im Arbeitsalltag und führen z. B. unter Anleitung auch Behandlungspflege durch oder waschen die Patienten. Mit Peggy als Praxisanleiterin haben Azubis immer eine direkte Ansprechperson, die Hilfestellungen gibt und die Praxisaufgaben begleitet.

Neben diesen Tätigkeiten übernimmt Peggy natürlich auch die regulären Aufgaben einer Pflegefachkraft: sie führt die Grund- und Behandlungspflege durch, gibt die Medikamente gemäß ärztlicher Verordnung an die Bewohner aus und wirkt darüber hinaus auch bei der Pflegedokumentation und -planung mit.

Ihr Fachwissen bringt Peggy aus jahrelangen Erfahrungen im Pflegebereich mit.

"Bevor ich zum DRK gekommen bin, habe ich in Heimen und Betreutem Wohnen gearbeitet, aber hier fühle ich mich bisher am wohlsten."

Ihren Beruf hat sie in einem Pflegeheim mit 170 Bewohnern gelernt. Das sei schon ein großer Unterschied zu den jetzigen überschaubaren 16 Bewohnern der WG für Menschen mit Demenz in Holzhausen, sagt sie. An ihrer Arbeit in der WG schätzt sie besonders die Individualität, die das Konzept der Wohngemeinschaft Holzhausen durch die geringe Bewohneranzahl von 16 Patienten mit sich bringt.

"Man wird nicht gehetzt oder muss permanent auf die Uhr sehen, sondern kann sich um den Patienten in seinem Tempo kümmern. Ganz egal, ob jemand dann eine halbe oder vielleicht ganze Stunde fürs Waschen benötigt, oder ob derjenige halb 9 oder um 9 frühstücken möchte. Hier in der WG ist das durch den kleineren Bewohnerkreis alles sehr individuell auf die Bewohner abgestimmt, man ist nicht an diese fixen Zeiten wie im Altenpflegeheim gebunden."

Auch ihre Arbeitszeiten stimmen Peggy recht positiv, denn bei früheren Tätigkeiten war sie oft im Nachtdienst eingesetzt und das über viele Tage hinweg.

"Ich bin etwa 4 bis 5 Tage im Dienst und habe dann meinen Erholungstag. Im Vergleich zu meiner früheren Arbeit im Heim ist das absoluter Luxus, denn dort musste ich oftmals so viele Tage nacheinander arbeiten, dass ich an meinem freien Tag nur Schlaf nachholen konnte – von so einem Tag hat man doch nichts. Hier in der WG sind die Dienste vergleichsweise angenehm. Ich könnte mir nicht mehr vorstellen in ein Heim zurückzugehen, denn ich mag dieses „Kleine“ hier."

In ihrer neuen Anstellung fühlt sich Peggy wohl, denn die Arbeit mit den Azubis macht ihr Spaß, weil sie so ihr Wissen an „die nächste Generation“ weitergeben kann. Besonders zum Ausdruck brachte sie noch:

"Ich hatte noch nie so eine liebe PDL (=Pflegedienstleiterin) wie hier beim DRK! Die PDL ist mein direkter Ansprechpartner und wenn man weiß, dass man sich immer auf sie verlassen kann, dann ist das wie ein 6er im Lotto"

 

Gewiss bringt ein Beruf im Pflegebereich nicht nur sonnige Tage mit sich, dessen ist sich die erfahrene Fachkraft Peggy bewusst. Dennoch macht sie ihren Beruf sehr gerne.


"Wer gerne mit Menschen arbeitet, dann ist das der schönste Beruf! Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich und nicht so stupide, es wird einfach nie langweilig – und das ist toll! Und das Wichtigste in dem Beruf ist Empathie – ganz viel Empathie und Verständnis!

 

(Das Gespräch wurde geführt im August 2020.)